Ausbildung von Streitschlichtern an der Aueschule

zum Zeitungsartikel in der BZ/PN

An der Aueschule wurde im ersten Halbjahr 2008/2009 mit der Ausbildung der Schülermediatoren begonnen.
Die Ausbildung umfasste etwa 40 Stunden und fand als Arbeitsgemeinschaft im Nachmittagsunterricht sowie in einem dreitägigen Aufenthalt im Naturfreunde-Haus in Oelheim statt.
Ausgebildet wurden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9. Die Ausbildung umfasst die Analyse von Konflikten, verschiedene Gesprächstechniken (Ich-Botschaften, aktives Zuhören, spiegeln), verschiedenen Fragetechniken (offene Fragen, fokussierte Fragen) und den Ablauf der Mediation. Die Ausbildung endete mit einer Urkundenverleihung.
Im zweiten Halbjahr des Schuljahrs 2008/2009 stehen die Schülermediatoren nach einem Einsatzplan in einem eigenen Raum während der großen Pausen zu Mediationsgesprächen für ihre Mitschüler zur Verfügung. Einmal wöchentlich findet eine kollegiale Beratung für die ausgebildeten und aktiven Streitschlichter statt.

Auf dem Streitschlichter-Seminar in Oelheim

Streitschlichter/ Schülermediation - was ist das?

Durch einen unparteilichen, neutralen dritten Schüler wird das verhandeln streitender Schüler erleichtert.
Mediation kommt aus dem englischen und bedeutet Vermittlung, der Mediator ist somit der Vermittler. Der Mediator unterscheidet sich somit zum Richter, der urteilt. Der Mediator entscheidet den Streit nicht. Der Mediator strukturiert und erleichtert die Kommunikation und führt die Parteien zu einer selbst bestimmten Vereinbarung.
Durch verschiedene Kommunikationstechniken sollen die Positionen der Parteien in Interessen umgewandelt werden. Welche Interessen stehen hinter den Positionen, welche verborgenen Bedürfnisse?
Es wir eine Win/Win – Lösung angestrebt, eine gemeinsame Lösung, welche der Interessen beider Streitparteien gerecht wird.

Phasen der Mediation:

    1. Einführung durch den Mediator

      1. Begrüßung/ Darstellung der Rolle des Mediators

      2. Klärung der Freiwilligkeit

      3. Hinweis auf die Gesprächsregeln

    2. Darstellung des Problems durch die Parteien (evtl. zum ersten Mal die Möglichkeit, der anderen Seite ihren Standpunkt in eigenen Worten zu erläutern)

Der Mediator spiegelt das Gehörte.

    1. Problemerhellung (von Positionen zu Interessen) Informationssammlung, emotionale Betroffenheit

    2. Optionen entwickeln durch Brainstorming

    3. Diskussion und Einigung

    4. Niederschrift der Vereinbarung/ Unterzeichnung

    5. Terminfestlegung für ein Nachgespräch